Pädagogische, psychologische und juristische Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen

Seit über 10 Jahren unterstützen wir – das Gymnasium Letmathe – das Straßenkinderprojekt „Die Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ in Recife/Nordostbrasilien. Angefangen hat alles mit der Suche unserer SV nach einem Projekt, für das wir uns regelmäßig durch Sponsorenläufe, Plätzchenverkauf, Klassenaktionen usw. engagieren können, in dem Kinder und Jugendliche unterstützt werden und von dem wir auch immer wieder Nachrichten, im besten Fall sogar Besuch bekommen können.

Idealerweise war der Leiter unseres heutigen Projektes im Jahr 2000 gerade in Deutschland und konnte uns „sein“ Projekt persönlich vorstellen. Eine überwältigende Mehrheit von Schülern, Eltern und Lehrern entschied sich somit dafür, genau dieses Projekt zu unterstützen.

Seitdem haben wir tatsächlich u.a. zwei Sponsorenläufe, Weihnachts- und Klassenaktionen für die „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ organisieren können. Sogar ein Theaterstück „Queremos viver“ (Wir wollen leben) wurde 2001 von einer Schülergruppe aufgeführt.

Gleichzeitig bekommen wir regelmäßig Projektberichte und Videobotschaften. Bereits mehrer Mals war Demetrius Demetrio an unserer Schule, um uns sehr beeindruckend, manchmal aber auch aufrüttelnd von der Arbeit „seines Projektes“ zu berichtet.

 

 

 

Die Betreuung der Mädchen sieht vor Organisation, Sozialisation und Solidarität zu üben. Zu diesem Zweck bietet das Projekt einen Alfabetisierungskurs, der sich darauf konzentriert einen kritischen Blick auf die Realität in der die Betreuten leben zu werfen, sowie sozio-erzieherische Workshops und eine afro-brasilianische Kunstwerkstatt. Es werden Diskussionen über Themen, wie Drogen, Gewalt, Prostitution und Staatsbürgerschaft (Statut des Schutzes von Kindern und Jugendlichen) veranlasst ebenso wie Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gestärkt, Kreativität angeregt und ihre Resozialisierung gefördert.

Die Betreuung der Jungen sieht vor Organisation, Sozialisation und Solidarität zu üben. Zu diesem Zweck bietet das Projekt einen Alfabetisierungskurs, Perkussion, Kunst, Capoeira, Sport im Freien, Rap-Gesang an. Es werden Diskussionen über Themen, wie Drogen, Gewalt, Prostitution und Staatsbürgerschaft veranlasst ebenso wie Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gestärkt, Kreativität angeregt und Resozialisierung der Betreuten gefördert.

SEAPS (Psychosoziale Betreuung) - Der psychosoziale Dienst beinhaltet das Angebot Mädchen und Jungen, die Opfer von physischer und sexueller Gewalt wurden zu betreuen; ihnen helfen und sie stärken mittels Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse und des Weiteren sie zu unterstützen bei Verletzungen ihrer grundlegenden Rechte und der Menschenrechte. Die Betreuung wird von psychologischen Fachkräften und Sozialarbeitern betrieben, die über individuelle Aufmerksamkeit und Gruppenbetreuung hinaus, alle dazu anregt, einen kritischen Blick auf die Formen der sexuellen Unterdrückung werfend, ein Selbstwertgefühl, Autonomie und soziale Verantwortung zu entwickeln.

Betreuung in den Strassen - Die Arbeit, die durch die Gruppen in den Strassen durchgeführt wird, gründet sich auf Gesprächen, Wundbehandlung und sportlichen Aktivitäten, wie Fußball oder Volleyball. Der direkte Kontakt in den Strassen ist für die CPP von hoher Wichtigkeit, da dieser Kontakt ein Gefühlsband entstehen lässt und eine Brücke bildet für das Kommen ins Projekthaus der CPP.

Bauernhof Clarion - Die CPP verfügt, als einen weiteren Teil ihrer Infrastruktur, über ein acht Hektar großes Landgut mit: einem Speisesaal, Unterbringungsmöglichkeiten, Lehrsälen, einem Videoraum, einem Unterrichtsraum, einem Fußball- und Volleyballfeld. Es werden ökologische Landwirtschaftsarbeiten angeboten und es ist auch ein Ort, an den unsere Betreuten vor der Gewalt der Strassen flüchten können.

Themenworkshops - Anhand der Themen, die in den Gruppen diskutiert werden (welche da wären: Geschlecht, Statut des Schutzes von Kindern und Jugendlichen, Strasse kontra Familie, Drogen) wird das kritische Bewusstsein als Staatsbürger weitergebildet und gleichzeitig die Teilhabe der Betreuten an anderen sozialen Bewegungen bezweckt, ebenso wie deren Eingliederung in die Gesellschaft.

UNSER PARTNERPROJEKT
DIE GEMEINSCHAFT DER KLEINEN PROPHETEN

Aus einen Projektbericht von Misereor

Die CPP bietet Geborgenheit und Halt

Für die meisten auf der Straße lebenden Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig zur CPP kommen, ist die „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ der einzige Ort, der ihnen Geborgenheit und Halt gibt. “Ich will weg von der Straße und zurückkehren ins Haus meiner Mutter“, erzählt der 16-jährige José Claudio. „Aber solange ich den Mut dazu nicht aufbringe, komme ich zur CPP. Hier gibt es Essen für mich und die Möglichkeit, täglich zu duschen und an einem Informatikkurs teilzunehmen, der Spaß macht und mir weiterhilft. Denn ich will einmal etwas werden im Leben und eine eigene Familie gründen.“ Die 17-jährige Sandra schätzt die Kunsthandwerks-Workshops und den Alphabetisierungskurs. „Ich kann zwar Lesen und Schreiben. Aber es ist immer gut, noch etwas dazuzulernen“, meint sie. Ihr Traum für eine Zukunft jenseits des Straßenlebens: Sie möchte Tänzerin werden. „Wenn ich tanze, vergesse ich alles und bin einfach glücklich.“

Zahlen, die Mut machen

Eine repräsentative Umfrage unter 30 ausgewählten Mädchen und Jungen über die Arbeit der CPP und ihre Wirkung auf das Verhalten der Jugendlichen hat Ergebnisse gebracht, die Mut machen. Demnach schätzen sich 86 Prozent der Jugendlichen toleranter gegenüber Anderen ein, seitdem sie die Straßenkindergemeinschaft besuchen. 96 Prozent sehen sich besser ernährt, und 71 Prozent nehmen durch die Informationsarbeit der CPP im Gesundheitsbereich die Krankheitsvorbeugung ernster, was wiederum zur Senkung der Infektionsraten beiträgt. Schließlich bestätigten 82Prozent der Jugendlichen, dass sie sich über ihre Rechte und Pflichten als Bürgerinnen und Bürger besser informiert fühlen. Ein Ergebnis der Umfrage freut das CCP Team ganz besonders: Rund 72 Prozent der begleiteten Jugendlichen haben wieder regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien aufgenommen. Ein wichtiger Schritt hin zur Integration in ein normales Leben.

Jutta Bangel/SJF/10-2007

LINKS: http://pequenosprofetas.de/freunde-der-cpp/ 

(NUR MUT: Viele Artikel, Berichte usw. sind ins Deutsche übersetzt.)