Verstärkung für das GL: Martin Crone ist der neue Schulsozialarbeiter

Einstieg in einen neuen Job mitten in der Pandemie und dann noch einer mit von den Lockdown-Monaten in vielerlei Hinsicht gebeutelten Kinder und Jugendlichen, doch Martin Crone, seit Mitte Mai neuer Schulsozialarbeiter am Gymnasium Letmathe, hat sich der Herausforderung gestellt und steckt längst mittendrin im Post-Lockdown-Alltag an der Schule.

„Durch die Lockdowns ist eine mit Blick auf Kinder und Jugendliche besondere Situation entstanden. Die Belastung vieler Kinder ist auch jetzt, nach einigen Tagen Präsenz-Unterricht noch deutlich spürbar“, sagt der Diplom-Sozialarbeiter. Nach 21 Jahren in der Behindertenarbeit in Hamm suchte und fand er in Letmathe eine neue, ortsnahe und noch einmal ganz andere Möglichkeit, Sozialarbeit zu leisten. „Es sind Sorgen, Ängste, aber auch die Isolation in den Wochen des harten Lockdowns, die zu einer psycho-sozialen Belastung der Kinder und Jugendlichen geführt haben. Und in vielen Fällen ist es ein schleichender Prozess, der sich lange im Verborgenen abspielt“, erläutert der aus Hemer stammende Sozialarbeiter. „Deshalb ist es wichtig, immer wieder Hinweise auf Angebote zu geben und klarzumachen, dass nicht nur ich, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie das Jugendamt um das Thema wissen.“

Genau deshalb spielte und spielt der 48jährige eine wichtige Rolle bei der Planung und Durchführung der „Extra-Zeit zum Lernen am Gymnasium Letmathe“. Denn in enger Abstimmung mit Martin Crone und der erweiterten Schulleitung hat der Schulleiter Tobias Hommel entschieden, den Schülerinnen und Schülern für die Sommerferien ein Angebot zu machen, das Vieles sein wird, aber nicht einfach eine Woche zusätzlicher Unterricht, wie es die von der Landesregierung präsentierten Pläne vermuten lassen. „Wir waren uns schnell einig, dass es ein freiwilliges, offenes und kostenloses Angebot sein muss, definitiv nicht Schule in der gewohnten Form. Deshalb haben wir auch einen anderen Namen für unser Angebot gewählt“, stellt Hommel klar. „Lernen ist ein aktiver Prozess, der umso besser gelingt, je direkter und positiver der Kontakt zwischen Lernenden und Lehrenden ist und im Fall der Lernwoche in den Ferien auch die Mischung aus Lernen und Aktivität nicht zu kurz kommen lässt.“ Sechs Tage, vom 4. bis 11.August, können die Kinder und Jugendlichen in jahrgangsbezogenen Kleingruppen den Tag verbringen. Sie können sich, unterbrochen von Pausen, in zwei Lernheiten mit von ihnen gewünschten Inhalten aus den Hauptfächern beschäftigen, während in einer dritten Einheit soziale Aspekte im Vordergrund stehen, ergänzt um den aus dem Schulalltag bekannten Ansatz „bewegte Pause“, bei dem Sport und Spiel in der Gruppe wichtig sind.

Dieser ganzheitliche Ansatz spiegelt sich auch beim Blick auf die Liste derer wider, die Anfang August mittun werden. Es sind neben Martin Crone Lehrkräfte dabei, aber auch Anbieter von AGs innerhalb der Ganztagsangebote sowie ehemalige Schülerinnen und Schüler, die gerade ihr Lehramtsstudium absolvieren. „Dass sie zugesagt haben, freut uns sehr, weil wir alles mit uns bekannten Gesichtern vorbereiten können und es eine große Verlässlichkeit in Sachen Umsetzung des von uns erarbeiteten Konzepts gibt“, stellt Hommel fest.

Neben der „Summer School“ wird der Schulsozialarbeiter einige durch den Lockdown ausgebremste Projekte seines Vorgängers Jörg Simon wieder aufnehmen, die Fahrradwerkstatt sowie die Präventionsarbeit im Bereich Sucht (Alkohol, Drogen, Internet und Social Media), die über verschiedene Jahrgangsstufen und Fächer fest im Schulprogramm verankert ist. „Als leidenschaftlicher Hobbygärtner betreue ich zudem mit einem Referendar den Garten und Teich der Schule und werde im Zusammenhang mit der Fahrradwerkstatt auch die Vorteile energiealternative Fortbewegung auf dem Drahtesel promoten“, sagt Crone und muss gleich wieder los zum nächsten Beratungsgespräch mit einer Schülerin. Er ist nach drei Wochen eben schon mittendrin….