Bericht zur Studienfahrt

Die Jahrgangsstufe EF des Gymnasiums Letmathe fuhr auch in diesem Jahr auf Studienfahrt nach Berlin. Bei strahlendem Sonnenschein konnten nach der Ankunft direkt erste Eindrücke der Stadt während eines gemeinsamen Spaziergangs gesammelt werden: So standen das Brandenburger Tor, der Bundestag, die Holocaustgedenkstätte sowie die zentrale Prachtstraße „Unter den Linden“ auf dem Programm. Am Mittwoch konnte der Bundestag dann sogar von innen besichtigt werden, neben der obligatorischen Kuppelbesichtigung gab es außerdem einen Vortrag auf der Besuchertribüne des Plenarsaals. Hier erfuhren die Jugendlichen Wissenswertes zu Aufgaben, Arbeitsweise und Zusammensetzung des Parlaments und konnten ihre eigenen Fragen stellen. In einem anschließenden Gespräch informierten zwei Mitarbeiterinnen der MdB Dagmar Freitag über ihre Aufgaben sowie die aktuellen Schwerpunkte der politischen Tätigkeit der Bundestagsabgeordneten. Anschließend ging es weiter zur ausführlichen Stadtrundfahrt, die Gebäude, Stadtteile, Geschichte und Kultur Berlins genau in Augenschein nahm.

 

Am vorletzten Tag folgte die Arbeit in den einzelnen Projektgruppen: So konnten sich die Schülerinnen und Schüler schon im Vorhinein in die verschiedenen Gruppen – je nach Interesse – einwählen. Zur Auswahl standen in diesem Jahr viele interessante Angebote.

Es gab ein geschichtliches Projekt unter dem Titel „Das Beste an der DDR war der Traum, den wir von ihr hatten…“: Alltag in der Hauptstadt der DDR 1945 bis 1989. Die Teilnehmer gingen verschiedenen Fragestellungen nach: War die DDR wirklich ein Unrechtsstaat? Wie lebten die Menschen in einem Staat, den sie nicht verlassen durften? Was bedeutete eigentlich „Stasi“? Und was ist von der DDR heute geblieben? Gibt es immer noch Unterschiede zwischen „Wessis“ und „Ossis“? Dazu besuchten sie das berüchtigte Gefängnis in Hohenschönhausen, spazierten durch das ehemalige Machtzentrum der SED und der DDR und schnupperten im DDR-Museum in das Leben zwischen „Plaste und Elaste“.

Das kulturelle Programm „Kultur im Doppelpack“ nahm einzelne Kulturinstitutionen genauer unter die Lupe. Daneben lag ein Schwerpunkt auf städtischer Alltagskultur, die in Kulturspaziergängen erkundet wurde. In einem Workshop zum Jugendstück „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“ am Deutschen Theater konnten sich die Jugendlichen selbst ausprobieren und besuchten im Anschluss noch die zugehörige Vorstellung.

Das Projekt „Politische Symbolik“ befasste sich mit den vielen Bauwerke Berlins, die eine politische Aussage in sich tragen, Bezug nehmen auf historische Ereignisse oder gesellschaftliche Entwicklungen. In den Gebäuden des Deutschen Bundestags startete das Projekt und wurde durch den Besuch weiterer ausgewählter Gebäude und die Betrachtung einiger Kunstwerke fortgesetzt.

Weiterhin gab es das Projekt „Jüdisches Berlin – Geschichte und Gegenwart hautnah kennenlernen“, welches die Spuren der jüdischen Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart erkundete: Beim Besuch des Jüdischen Museum, der Neuen Synagoge, und des Anne-Frank-Zentrums lernten sie die Geschichte der Juden in Berlin kennen, beim Besuch des jüdischen „Moses-Mendelsohn-Gymnasium“ erfuhren sie, was es heute bedeutet, in Berlin als Jude zu leben.

Das geografische Projekt „ Zwischen Szeneviertel und Plattenbau: Leben in der Millionenstadt Berlin“ hatte zum Ziel, Stadtentwicklung einmal nicht als trockenes Kapitel im Schulbuch, sondern in der Realität anzuschauen. Dabei wurde untersucht, wo und vor allem wie die Menschen in Berlin leben, zum Beispiel anhand der Großwohnsiedlung im Stadtteil Berlin-Marzahn, wo die Vermieter großer Plattenbauten mit dem Bevölkerungsschwund ringen, oder den studentischen Szenevierteln, wo steigende Mietpreise Studenten aus ihren Häusern vertreiben.

Das biologische Projekt: „Biologie in der Großstadt?? - Artenkenntnis und Artenschutz im Doppelpack“ führte die Gruppe in den zoologischen und botanischen Garten der Stadt. Zusammen mit Experten wurden verschiedene Fragestellungen beleuchtet: Welchen Einfluss hat der Mensch auf die Artenvielfalt und wieso ist das Artensterben in heutiger Zeit so rasant? Was haben Schokolade, Bananen und Jeans gemeinsam? Wie sehen diese Pflanzen aus, ihre Blüten und ihre Früchte?

 

Am Abend ging es noch gemeinsam in die Disco „D-light-Club“. In dem angesagten Club Matrix brachten die DJs (fast) jeden Schüler zum Tanzen, während sich die Lehrerinnen und Lehrer in der Lounge entspannen konnten.

 

Die Rückfahrt am Freitag wurde für einen Abstecher nach Potsdam genutzt. Hier besuchten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern die Gartenanlagen des Schlosses Sanssouci und die Fußgängerzone.

 

Zur Nachbereitung fand eine Präsentation der Projektgruppen während einer Abendveranstaltung statt, in der die Schülerinnen und Schülern sich und ihren Eltern die Ergebnisse in kleinen Filmen und Präsentationen vorstellten.

 

 

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