British guy sagt bye-bye

Gymnasium Letmathe verabschiedet Horst Dahmen

Die erste Schülerantwort in seiner Zeit am Gymnasium Letmathe war "Was soll der Scheiß", doch dann folgten ereignisreiche 16 Jahre, sodass sich Horst Dahmen kurz vor Ferienbeginn wehmütig in den Ruhestand verabschiedete.

 

Horst Dahmen (Mitte) wurde im Beisein seiner Frau Gislinde in einer Feierstunde am Gymnasium Letmathe in den Ruhestand verabschiedet.

"Der stumme Impuls als Einstieg hat nicht geklappt und sofort gezeigt, dass diese Schule etwas Besonderes ist", erinnerte sich der Deutsch-, Englisch- und Religionslehrer in seiner Abschiedsrede. "Das Besondere war für mich aber, sehr rasch zu merken, dass es eine leistungsorientierte Schule ist. Sie konnte meine Wunschvorstellungen von Unterricht und Erziehung erfüllen. Dass Schule heute eine Anstalt des betreuten pädagogischen Verweilens ist, hat die Politik zu verantworten." Durch den ersten Schülerbeitrag eher angespornt brachte der im Letmather Krankenhaus geborene Oestricher in seinem Unterricht und Drumherum viele Dinge auf den Weg, die das Schulleben bereicherten und auch weiter bereichern werden. Schulleiter Peter Wiedermeier stellte deshalb fest, dass "ein guter Mitarbeiter zu früh geht." Über viele Jahre arbeitete Horst Dahmen in der Redaktion der Jahresschrift "Rückblende" mit, initiierte den Schüleraustausch mit einer High School in Indianapolis, die Verankerung einer einwöchigen Stufenfahrt nach England in Klasse 8, das Fach Wirtschaftsenglisch im Differenzierungsbereich und die Möglichkeit zum Ablegen der Sprachprüfung EFB, bei der die Schule einmal das beste Ergebnis aller teilnehmenden Schulen in Europa erreichte. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler profitieren heute im Beruf von diesem Angebot. "Horst Dahmen hat mit viel Herz als Pädagoge und Erzieher gewirkt und sich als Fachmann sehr intensiv an der Gestaltung der Schule beteiligt und durch seine Tätigkeit im Personalrat auch über das Gymnasium Letmathe hinaus", blickte der Schulleiter zurück. "Er zeichnete sich als Mahner aus, der Unzulänglichkeiten politischer Entscheidungen sowie für die Schule bedeutsame gesellschaftliche Entwicklungen immer wieder ansprach, weil ihm Qualitätssicherung am Gymnasium ein wichtiges Anliegen war." Die Kolleginnen und Kollegen schlossen sich dem in ihren Ansprachen an und stellten noch einmal heraus, dass Englisch-Unterricht und British English einfach die Passion des Neu-Ruheständlers waren. "The British guy in town" dichtete ein Lehrerchor zur Melodie von Stings "Englishman in Ney York". Neben der Verabschiedung feierte das Kollegium auch noch ein für den Schulbereich überaus seltenes Jubiläum. Sport- und Kunstlehrerin Carmen Luttrop-Buss wurde für 40 Dienstjahre mit einer von Ministerpräsident Armin Laschet persönlich unterzeichneten Urkunde geehrt.